Die Gruppe der Sieben (G7) und die Gruppe der Zwanzig (G20) sind informelle Governance-Clubs, die jährliche Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Ministertreffen veranstalten, um Fragen von globaler Bedeutung zu erörtern.
Die Gruppe der Sieben (G7) und die Gruppe der Zwanzig (G20) sind informelle Governance-Clubs, die jährliche Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Ministertreffen veranstalten, um Fragen von globaler Bedeutung zu erörtern.
Die G7 und die G20 gelten als informell, da sie nicht durch einen völkerrechtlichen Vertrag gegründet worden sind und über kein ständiges Sekretariat verfügen. Statt eines eigenen administrativen Apparats richten die Mitgliedsstaaten abwechselnd die Gipfeltreffen und die damit verbundenen vorhergehenden Ministertreffen aus.
Die Handlungsfelder der beiden Clubs überschneiden sich teilweise. Die G7 befasst sich im Allgemeinen mehr mit politischen und sicherheitsrelevanten Themen. Die G20 konzentrierte sich anfangs auf die globale Wirtschafts- und Finanzpolitik, weitete ihren Aufgabenbereich jedoch auf Handel, Klimawandel, nachhaltige Entwicklung, Gesundheit, Landwirtschaft, Energie, Umwelt und Korruptionsbekämpfung aus.
Im Jahr 2025 hatten Kanada und Südafrika den Vorsitz der G7- und G20-Gipfel inne. Der südafrikanische G20-Vorsitz im Jahr 2025 war der erste, der von einem afrikanischen Land wahrgenommen wurde.
Mitgliedschaft
Alle Mitgliedsstaaten der G7 sind auch in der G20 vertreten, somit bildet die G20 mehr Diversität ab.
Die G7 besteht aus wohlhabenden, demokratischen Mitgliedsländern: den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Frankreich, Italien, Japan und Deutschland. Die EU hat einen Beobachterstatus. Die Gruppe traf sich erstmals 1975 als G6, um die Ölkrise und die Rezession zu bewältigen. Kanada und Russland traten 1976 bzw. 1998 bei. Nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 setzten die G7-Staaten die Mitgliedschaft Russlands aus.
Die G20 setzt sich aus den G7-Ländern einschließlich der Europäischen Union sowie ursprünglich zwölf Ländern von globaler wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zusammen. Im Jahr 2023 trat die Afrikanische Union als Vollmitglied bei. Die G20 wurde 1999 zunächst auf der Ebene der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten ins Leben gerufen. Seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 findet sie auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs statt. Der G20-Gipfel und die Vorbereitungsprozesse – oft mehr als 60 Minister- und Arbeitsgruppentreffen pro Jahr – werden vom jeweiligen Gastgeberland koordiniert.EU sowohl für die italienische G7-Präsidentschaft als auch im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft ein wichtiges Thema sein wird.
Rotation in der G7
Der Vorsitz der G7 wechselt jährlich in einer festgelegten Reihenfolge zwischen den Mitgliedsländern. Die Rolle unterliegt weder einer Beratung noch einer Wahl. Das vorsitzende Land ist für die Festlegung der Tagesordnung und die Organisation der Treffen hochrangiger Beamter und Minister im Vorfeld des Gipfels sowie für die Ausrichtung des Gipfels verantwortlich. Die G7 Gipfel finden meist im Juni oder Juli statt.
Regionale Gruppen und Rotation in der G20
Jedes Jahr im Dezember übernimmt ein anderes G20-Mitgliedsland den Vorsitz. Am 1. Dezember 2024 übernahm Südafrika den Vorsitz der G20 für 2025 und trat damit der sogenannten G20-Troika bei, die sich aus dem vorherigen, dem aktuellen und dem kommenden Vorsitz zusammensetzt. In diesem Fall gehören zur Troika Brasilien (2024), Südafrika (2025) und die Vereinigten Staaten (2026).
Der Vorsitz der G20 wechselt jährlich nach einem System von Ländergruppen. Die 19 Mitgliedstaaten (mit der EU und der AU als zusätzliche Mitglieder, die keiner Gruppe zugeordnet sind) sind in fünf Gruppen mit jeweils bis zu vier Ländern unterteilt. Diese Gruppen sind weitgehend regional organisiert, mit zwei Ausnahmen: Gruppe 1 (Australien, Kanada, USA und Saudi-Arabien) und Gruppe 2 (Indien, Russland, Südafrika und Türkei).
Jedes Jahr geht der Vorsitz an ein Land aus einer anderen Gruppe über. Dieses Prinzip wurde 2010 eingeführt, als Südkorea den Vorsitz übernahm. Innerhalb einer Gruppe sind alle Länder wählbar, und die Mitglieder müssen sich untereinander einigen, wer diese Rolle übernehmen soll. Oft beeinflussen innenpolitische Faktoren (z.B. Wahlen) und allgemeine geopolitische Überlegungen die Wahl.
Der Vorsitz der G20 bringt internationale Sichtbarkeit und Prestige mit sich. Das vorsitzende Land hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der Agenda, in Absprache mit anderen Mitgliedern und als Reaktion auf globale wirtschaftliche Entwicklungen. Die G20-Gipfeltreffen finden in der Regel im November oder Dezember statt, wobei der Zeitpunkt variieren kann.
Konsensfindung
Die G20 vereint eine äußerst heterogene Gruppe von Mitgliedern, die rund 80 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, was es schwierig macht, einen gemeinsamen Nenner zu finden. In der heutigen fragmentierten geopolitischen Landschaft ist es noch schwieriger geworden, einen Konsens zu erzielen. Darüber hinaus sind die Erklärungen der G20-Gipfeltreffen nicht bindend und werden oft nur teilweise umgesetzt.
Die G7 ist zwar weniger vielfältig als die G20, hat aber ebenfalls Schwierigkeiten, ihre Einheit zu wahren – insbesondere unter der aktuellen US-Regierung unter Donald Trump. So gelang es der Gruppe beispielsweise im Juli 2025, sich auf eine gemeinsame Haltung zum Konflikt zwischen Israel und dem Iran zu einigen, nicht jedoch zum andauernden Krieg Russlands in der Ukraine. Insgesamt hat der Einfluss der G20 in der zunehmend multipolaren Welt von heute abgenommen.
Weiterführende Informationen:
- Heinrich-Böll-Stiftung, Büro Washington, DC, einschließlich ihrer Dossiers.
- Weitere Wirtschaftsdaten zu G7/G8 und G20 finden Sie bei DESTATIS.
- Ergebnisse des italienischen G7-Gipfels (2024)
- Ergebnisse des brasilianischen G20-Gipfels (2024)
- Informationszentrum der Universität Toronto zu G7 und G20
Dieser Artikel ist ein Beitrag aus unserem Dossier "G20 im Fokus". Letzte Aktualisierung: Januar 2026.